Angst

Still sitzt sie da und schaut starr gerade aus

Sie sagt kein Wort

Ihr Mund ist geschlossen, gezwungen worden leise zu sein, bedacht darauf nie das Falsche zu sagen

Denn genau gespürt hat sie, was passiert wenn sie das Falsche sagt

Und so etwas will sie nie wieder fühlen, deswegen ist sie still

Still vor Angst

Still sitzt sie da und schaut starr gerade aus

Sie schaut immer in die gleiche Richtung

Ihre Augen sind leer, gezwungen worden keine Gefühle zu zeigen, bedacht darauf dass ihre Augen sie nicht verraten

Denn genau gespürt hat sie, was passiert wenn ihre Blicke zu viele Gefühle ausdrücken

Und so etwas will sie nie wieder fühlen, deswegen ist ihr Blick leer

Leer vor Angst

Still sitzt sie da und schaut starr gerade aus

Ihr Körper zittert

Ihre Arme umschlingen ihren Körper, gezwungen worden alleine klar zu kommen, bedacht darauf nie jemanden um Hilfe zu bitten

Denn genau gespürt hat sie was passiert wenn sie sich auf andere verlässt

Und so etwas will sie nie wieder fühlen, deswegen zittert sie

Zittert aus Angst

Still sitzt sie da und schaut starr gerade aus

Stumm schreit sie

Stumm weint sie

Stumm klammert sie sich fest

Weiß dass niemand sie hören kann, weiß dass niemand sie sehen kann, weiß dass niemand sie halten kann

Und alles nur weil sie Angst hat

Angst wieder solche Schmerzen zu fühlen

Angst wieder so enttäuscht zu werden

Angst wieder aufzugeben

Eine Angst die nie wieder von ihr weichen wird, denn ihr habt mir gelehrt das Angst zu haben besser ist als der Mensch zu sein der man ist

16.4.07 20:20, kommentieren

Das Mädchen

Ich sehe ein Mädchen,

sie ist fröhlich und heiter,

jeden Tag spielt sie ihre Rolle weiter,

sie redet viel und lacht,

jeder denkt, dass ist was sie den ganzen Tag macht,

immer ist sie mit Menschen zusammen, die auch nett sind,

jeder glaubt sie ein ganz normales glückliches Kind,

ihre Augen strahlen vor lauter Glück,

das macht jeden zufrieden, deswegen schauen sie auch nicht tiefer, nicht ein Stück!

Nun ist wieder ein toller Tag vergangen,

morgen wird alles von vorne anfangen!

Doch was passiert jetzt in der Nacht?

ist glücklich sein doch nicht das was sie immer macht?

Sie beginnt heftig zu weinen,

und ihre Augen hören auf zu scheinen,

nun sind sie verbittert und leer,

könnte man sie jetzt sehen, wüsste man, sie kann nicht mehr.

Ihr Mund hört auf zu lachen,

jetzt kommen hoch die Probleme all die beschissenen Sachen.

Nun kommen hoch ihre Gefühle die sie versucht zu verdrängen,

jeden Tag muss sie sich verbiegen damit sie kann niemand erkennen.

Nun schläft sie ein,

endlich kann sie bei ihrer Hoffnung, ihren Träumen sein.

Am nächsten Morgen wacht sie auf, ihre Tränen sind wieder verschwunden,

oft wünscht sie sich, das sie hätte mal wer so verzweifelt gefunden!

Ich sehe ein Mädchen, sie schaut mich traurig an,

weil niemand ihr, wahres Ich kennen kann,

Deswegen bleibt ihr Mund geschlossen, mit einem Siegel,

ich sehe ein verzweifeltes Mädchen, denn ich sehe in den Spiegel!

16.4.07 20:23, kommentieren

Mich gekannt

Wenn ich sterbe, wagt es nicht zu sagen, ihr hättet mich gekannt.
Das habt ihr nämlich nicht.
Oder denkt ihr dass?
Von euch aus hättet ihr mich gekannt.
Als braves Mädchen.
Als Mädchen das immer lacht und glücklich ist.
Als Mädchen das Freude verspürt am Leben.
Als Mädchen das ein bisschen schüchtern ist und deswegen nicht mit anderen Menschen so viel redet.
Als Mädchen das sicher jemanden hat, den es liebt und der sie liebt.
Es ist traurig dass ihr so über mich denkt, denn wenn ihr so ein Bild von mir habt, weiß ich, ihr habt mich kein Stück gekannt.
Oder habt ihr das Mädchen gekannt das sich fast jede Nacht in den Schlaf weint.
Das Mädchen, dass so viel Leere und Trauer spürt.
Das Mädchen, dessen Mund verschlossen ist, weil es zu viel Angst hat.
Das Mädchen das in ständiger Angst lebt, verletzt zu werden.
Das Mädchen dass Tag für Tag daran denkt wie schön es wäre zu sterben.
Das Mädchen das jede Hoffnung verloren hat.
Das Mädchen das völlig alleine ist, das niemanden hat.
Das Mädchen das am Boden ist und nicht mehr weiter weiß.
Das Mädchen das jeden Tag aufs neue kämpft,
aber jeden Tag aufs neue versagt.
Nein dieses Mädchen kennt ihr nicht, denn es hat sich versteckt.
Versteckt aus Angst. Angst vor euch.
Nie werdet ihr wissen wer oder was ich war, nie, denn das andere Mädchen wird euch immer versteckt bleiben.
Also wagt es ja nicht zu sagen, ihr hättet mich gekannt.

16.4.07 20:26, kommentieren

Nebel

Wie eine schwarze Decke erhebt er sich über mich,
versetzt mir immer wieder einen Stich.
Es ist wie als würde mir jemand die Luft zum atmen nehmen,
muss um jeden Atemzug ringen so als würde er alles lähmen.
Jede Hoffnung verblasst weil er ist so dicht,
mit seinem schwarzen Umhang versperrt er mir jede Sicht.
Meine Gedanken verändern sich durch ihn,
alles wird kalt und traurig was einst so hoffnungsvoll erschien.
Mein Lachen erlischt, jedes glückliche Gefühl schwindet,
ein trostloser Weg, der nie ein gutes Ende findet.
Alles wirkt verschwommen, trostlos und leer,
es ist so beklemmend, das ist einfach nicht fair.
Es entsteht ein Meer aus meinen Tränen,
und Gefühle die sich nach Liebe sehnen.
Er lässt mich daran zweifeln ob mich überhaupt jemand liebt,
der Nebel der mein Herz umgibt.

16.4.07 20:27, kommentieren

Eure Enttäuschung

Ich würde nie sagen, dass es mir schlecht geht

Ich würde nie sagen, dass ich unglücklich bin

Ich würde nie zeigen, dass ich weine

Ich würde nie zeigen, dass ich kurz vorm aufgeben bin

Ich würde nie zugeben, dass ich jede Nacht daran denke, es wieder zu tun

Ich würde nie zugeben, dass ich wieder mit denselben Gedanken spiele

Denn ihr glaubt, dass es mir gut geht

Denn ihr glaubt, dass ich glücklich bin

Denn ihr seht, dass ich lache

Denn ihr seht, dass ich weitermache

Und ich habe euch gesehen, eure Blicke

So voller Enttäuschung

Denn ich habe euch gehört, euer Weinen

So voller Verzweiflung

Enttäuscht und verzweifelt wegen mir

Es hat mir fast mein Herz gebrochen, dass zu sehen und zu hören

Ihr sagt dass ihr mich liebt, doch was würdet ihr sagen wenn ihr wüsstet, was ich wirklich fühle

Ich weiß, ihr würdet noch immer sagen dass ihr mich liebt, doch ich würde sehen wie enttäuscht ihr seid

Enttäuscht von mir

Deswegen habe ich geschwiegen, deswegen schweige ich, deswegen werde ich immer schweigen

Denn ich will nicht dass ihr schon wieder enttäuscht von mir seid

Es tut mir so leid

1 Kommentar 17.4.07 00:54, kommentieren

Still sitze ich da und spüre wie mein Atem schwerer wird

Ohne es zu wollen fühle ich die Tränen meine Wangen entlanglaufen

Nehme meine Hand um die Tränen wegzuwischen und sehe dabei wie meine Hand zittert

Langsam nehme ich die Klinge und schaue mir dabei zu wie ich mich selber verletze

Sehe das Blut über meinen Arm laufen

Und ganz plötzlich wird mein Atem ruhiger

Ich fühle wie meine Tränen trocknen, ganz von selbst

Spüre wie das Gefühl in mir schwindet und ich wieder klar denken kann

Schaue meinen Arm an und gib schnell meine Decke darüber

Will nicht  sehen was ich wieder gemacht habe

Was ich so sehr versucht habe nicht wieder zu tun und doch war es wieder der einzige Weg mit meinen Gefühlen klar zu kommen

Senke meinen Kopf denn ich hasse mich dafür was ich getan habe

Weiß dass es keine Lösung ist doch ist es das einzige was mich den Schmerz vergessen lässt

Lege die Klinge zurück in die Lade, lege mich ins Bett und schließe meine Augen und weiß nie darf jemand erfahren was in der Nacht mit mir passiert

17.4.07 01:01, kommentieren

Sie liegt auf ihrem Bett, ganz entspannt

Auf ihrem Mund ist ein Lächeln zu sehen

Stimmen von draußen, sie schreien

Jemand hämmert gegen die Tür

Doch das Mädchen reagiert nicht

Eine Hand hängt schlaff vom bett runter

Wenn man ihr folgt sieht man die leeren Tablettenschachteln am Boden

Sie hielt es nicht mehr aus in dieser Welt

Und sie scheint jetzt glücklich zu sein, denn ihr Gesicht lächelt

Im Hintergrund läuft leise Musik: „The happiest day of my life, is the day that I die

Ein Krachen, die Tür wird gewaltsam geöffnet

Die Familie stürmt in das Zimmer des Mädchens

Entsetzen, Schock, Angst macht sich in ihren Gesichtern breit

Man läuft zu dem Mädchen und schüttelt sie, nichts

Die Rettung wird gerufen, obwohl man weiß, es ist längst zu spät

Auf einem Zettel neben dem Bett steht geschrieben „Ich hatte keine Kraft mehr“

Die Schwester bricht weinend zusammen

Ich sehe mich auf dem Bett liegen

Meine Familie um mich versammelt

Ich sehe ihre Verzweiflung, Trauer, Tränen, Sorge, Liebe

Ich hören meine Schwester sagen, dass sie mich lieb hat

Doch ich frage mich in dem Moment, wie hätte ich wissen sollen dass sie mich lieb hat?

Wie hätte ich wissen sollen, dass mich wer liebt? Es hat mir doch nie jemand gesagt.

17.4.07 00:59, kommentieren